H-Fuß für Emil Rittershausen Holzflöte
Preis: 410 Euro H-Fuß für Emil Rittershausen Holzflöte, der H-Fuß ist stark restaurierungsbedürftig: H-Deckel ist locker und stammt von einem anderen Rittershausen Fuß, er ist nicht versilbert und muss hartgelötet werden, Sockel für Polsterscheiben müssen eingelötet werden, neue Polster, Riss im Dis-Tonloch muss geklebt werden. Die Kosten für diese Arbeiten würden zusätzlich ca 700 Euro betragen.
Emil Rittershausen (1852–1927) – Meister des deutschen Böhmflötenbaus
Emil Rittershausen zählt zu den herausragenden deutschen Flötenbauern der zweiten Hälfte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Seine Instrumente stehen für eine außergewöhnliche Verbindung aus präzisem Kunsthandwerk, innovativer Mechanik und einer klanglichen Ästhetik, die besonders bei seinen Holzböhmflöten bis heute von Kennern und Spezialisten geschätzt wird.
Er gehört zu jener Generation von Instrumentenbauern, die den Übergang von der traditionellen Klappenflöte zur modernen Böhmflöte maßgeblich geprägt haben. Seine Instrumente entstanden in einer Zeit, in der die Flöte durch verbesserte Mechanik, größere Klangprojektion und neue Bohrungskonzepte grundlegend verändert wurde.
Ausbildung und Weg zum eigenen Flötenbau
Carl Emil Cäsar Rittershausen wurde 1852 in Berlin geboren. Über seine frühen Ausbildungsjahre ist nur wenig überliefert. Nach bisherigen Erkenntnissen führte ihn sein Weg nach München zu der berühmten Werkstatt Böhm & Mendler, der Werkstatt des Flötenpioniers Theobald Böhm (1794–1881), des Entwicklers der modernen Böhmflöte. Dort erhielt Rittershausen eine prägende Ausbildung und lernte die höchsten Ansprüche des neuen Flötenbaus kennen.
Theobald Böhm selbst soll Rittershausen wegen seines außergewöhnlichen handwerklichen Talents sehr geschätzt haben. Nach seiner Zeit bei Böhm & Mendler arbeitete Rittershausen zunächst in Wien, bevor er 1876 nach Berlin zurückkehrte und dort seine eigene Werkstatt gründete.
Die Werkstatt Emil Rittershausen in Berlin
In Berlin entwickelte Rittershausen seine eigene Linie hochwertiger Böhmflöten. Seine Werkstatt erlangte schnell einen ausgezeichneten Ruf und belieferte anspruchsvolle Musiker in Deutschland und international.
Seine Instrumente wurden auch außerhalb Europas bekannt. Für den nordamerikanischen Markt bestand eine Zusammenarbeit mit dem renommierten Musikalienhändler Carl Fischer in New York, der als exklusiver Vertriebspartner für Rittershausen-Flöten in den USA und Kanada genannt wird. Ein erhaltenes Instrument des National Museum of American History trägt den Stempel:
E. RITTERSHAUSEN – BERLIN – CARL FISCHER – NEW-YORK.
Die Holzböhmflöten – Höhepunkt seiner Kunst
Besonders berühmt wurde Emil Rittershausen für seine Holzböhmflöten.
Während sich im späten 19. Jahrhundert zunehmend Metallflöten durchsetzten, hielt Rittershausen an der klanglichen Qualität hochwertiger Hölzer fest. Seine Holzböhmflöten verbinden die moderne, von Theobald Böhm entwickelte Klappenmechanik mit den klanglichen Eigenschaften traditioneller Holzflöten.
Verwendet wurden sorgfältig ausgewählte Hölzer, insbesondere Grenadill, das sich durch hohe Dichte, Stabilität und einen warmen, farbenreichen Klang auszeichnet. Erhaltene Rittershausen-Flöten mit Silber- oder Neusilberklappen und Böhm-System-Mechanik befinden sich heute unter anderem in Museumssammlungen.
Der besondere Reiz dieser Instrumente liegt in ihrer klanglichen Balance:
- eine warme, dunkle Klangfarbe,
- eine große dynamische Flexibilität,
- eine direkte, aber geschmeidige Ansprache,
- eine außergewöhnliche Modulationsfähigkeit.
Viele moderne Spieler und Sammler schätzen Rittershausen-Holzflöten gerade wegen ihrer Fähigkeit, die Vorteile der Böhmmechanik mit der musikalischen Tiefe historischer Holzflöten zu verbinden.
Technische Innovationen
Rittershausen war nicht nur ein hervorragender Handwerker, sondern auch ein innovativer Konstrukteur.
Er wird häufig mit der Entwicklung beziehungsweise frühen Verbreitung der E-Mechanik in Verbindung gebracht. Diese technische Verbesserung erleichtert die Ansprache des hohen E³ und wurde später zu einem Standard vieler moderner Querflöten.
Darüber hinaus fertigte seine Werkstatt auch außergewöhnliche Sonderinstrumente. Überliefert ist beispielsweise eine kostbare Goldflöte mit Edelsteinbesatz, die Rittershausen 1908 für den russischen Großfürsten Alexandrowitsch hergestellt haben soll.
Anerkennung und internationale Bedeutung
Um die Jahrhundertwende galt Emil Rittershausen neben den bedeutendsten deutschen Flötenbauern seiner Zeit als einer der führenden Hersteller hochwertiger Konzertflöten. Seine Instrumente erhielten Auszeichnungen auf internationalen Ausstellungen, darunter Medaillen bei Gewerbe- und Weltausstellungen.
Sein Einfluss zeigt sich auch darin, dass mehrere bekannte Flötenbauer aus seiner Werkstatt beziehungsweise seinem Umfeld hervorgingen. Damit wurde seine handwerkliche Tradition über seine eigene Lebenszeit hinaus weitergetragen.
Vermächtnis
Emil Rittershausen starb 1927 in Berlin. Seine Werkstatt wurde nach seinem Tod von seiner Frau Mathilde weitergeführt.
Heute gehören originale Rittershausen-Flöten zu den gesuchten historischen Instrumenten. Besonders seine Holzböhmflöten besitzen unter Sammlern und Spielern einen besonderen Stellenwert: Sie verkörpern eine Epoche, in der höchste handwerkliche Präzision, musikalische Erfahrung und technische Innovation noch vollständig in der Hand eines einzelnen Meisters lagen.
Eine gut erhaltene Rittershausen-Holzböhmflöte ist daher nicht nur ein historisches Musikinstrument, sondern ein Zeugnis der großen deutschen Flötenbaukunst zwischen Tradition und Moderne.















Wooden Flute by Emil Rittershausen, Berlin
Price: €4,298
The price includes a careful restoration that we would carry out before delivery.
Emil Rittershausen wooden flute, A = approx. 438–443 Hz, serial number 4637, offset G keys, E-mechanism, well preserved condition, original case.
Emil Rittershausen (1852–1927) – Master of German Böhm Flute Making
Emil Rittershausen is considered one of the outstanding German flute makers of the second half of the 19th and early 20th centuries. His instruments represent an exceptional combination of precise craftsmanship, innovative mechanics, and a tonal aesthetic that is still highly valued by connoisseurs and specialists today, especially in his wooden Böhm flutes.
He belonged to the generation of instrument makers who played a significant role in the transition from the traditional keyed flute to the modern Böhm flute. His instruments were created during a period in which the flute underwent fundamental changes through improved mechanics, greater tonal projection, and new bore concepts.
Training and the Path to His Own Flute Making
Carl Emil Cäsar Rittershausen was born in Berlin in 1852. Little is known about his early years of training. According to current knowledge, his path led him to Munich to the famous workshop Böhm & Mendler, the workshop of flute pioneer Theobald Böhm (1794–1881), the inventor of the modern Böhm flute. There, Rittershausen received influential training and became familiar with the highest standards of the new flute-making tradition.
Theobald Böhm himself is said to have highly valued Rittershausen because of his exceptional craftsmanship and talent. After his time at Böhm & Mendler, Rittershausen initially worked in Vienna before returning to Berlin in 1876, where he established his own workshop.
The Emil Rittershausen Workshop in Berlin
In Berlin, Rittershausen developed his own line of high-quality Böhm flutes. His workshop quickly gained an excellent reputation and supplied demanding musicians in Germany and internationally.
His instruments also became known beyond Europe. For the North American market, he cooperated with the renowned music dealer Carl Fischer in New York, who is mentioned as the exclusive distributor of Rittershausen flutes in the United States and Canada.
An existing instrument in the collection of the National Museum of American History bears the stamp:
E. RITTERSHAUSEN – BERLIN – CARL FISCHER – NEW-YORK
The Wooden Böhm Flutes – The Peak of His Art
Emil Rittershausen became particularly renowned for his wooden Böhm flutes.
While metal flutes became increasingly popular during the late 19th century, Rittershausen remained committed to the tonal qualities of fine natural woods. His wooden Böhm flutes combine the modern key system developed by Theobald Böhm with the musical characteristics of traditional wooden flutes.
He used carefully selected woods, especially Grenadilla (African Blackwood, Dalbergia melanoxylon), valued for its high density, stability, and warm, richly coloured tone. Surviving Rittershausen flutes with silver or nickel-silver keys and Böhm-system mechanisms can today be found among museum and private collections.
The particular appeal of these instruments lies in their tonal balance:
- a warm, dark and refined tone colour,
- great dynamic flexibility,
- a direct yet smooth response,
- exceptional expressive possibilities.
Many modern players and collectors appreciate Rittershausen wooden flutes precisely because they combine the technical advantages of the Böhm mechanism with the musical depth and character of historical wooden flutes.
Technical Innovations
Rittershausen was not only an outstanding craftsman but also an innovative designer.
He is frequently associated with the development and early introduction of the E-mechanism. This technical improvement facilitates the response of the high E³ and later became a standard feature on many modern concert flutes.
In addition, his workshop produced exceptional custom instruments. One example is a valuable gold flute decorated with gemstones, reportedly made by Rittershausen in 1908 for the Russian Grand Duke Alexandrovich.
Recognition and International Importance
Around the turn of the century, Emil Rittershausen was regarded as one of the leading German makers of high-quality concert flutes. His instruments received awards at international exhibitions, including medals at trade and world exhibitions.
His influence is also reflected in the fact that several renowned flute makers emerged from his workshop or his professional circle. In this way, his craftsmanship and tradition continued beyond his own lifetime.
Legacy
Emil Rittershausen died in Berlin in 1927. After his death, his workshop was continued by his wife Mathilde.
Today, original Rittershausen flutes are highly sought-after historical instruments. His wooden Böhm flutes in particular hold a special position among collectors and players: they represent an era in which the highest level of craftsmanship, musical understanding, and technical innovation were still united in the hands of a single master.
A well-preserved Rittershausen wooden Böhm flute is therefore not merely a historical musical instrument, but a testament to the great German tradition of flute making at the meeting point between tradition and modernity.
