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Restaurierung historischer Holzblasinstrumente

Bei der Restaurierung Ihres historischen Instrumentes steht immer der Substanzerhalt im Vordergrund. Ich erstelle Ihnen einen Kostenvoranschlag und bespreche mit Ihnen die erforderlichen Maßnahmen. Drei Jahre war ich im Musikinstrumentenmuseum-Berlin als Restaurator für historische Holzblasinstrumente tätig…

Die ausgeführten Maßnahmen an Ihrem Instrument werden in einem Restaurierungsbericht festgehalten und durch Fotos dokumentiert.

Folgende Maßnahmen sind unter anderem denkbar:

  • Austauschen gebrochener Zapfen
  • Ersetzten von Blattfedern
  • Austausch der Polster
  • Reparaturen von Rissen: Verkleben und Verstiften des Risses mit Bambusstifen (Verschluss der Bohrung mit Querholzdübeln in der jeweiligen Holzart).
  • Bei Rissen, die durch Messingrohre in der Bohrung verursacht wurden: Herausnahme des Metalltubus, Verkleben und Verstiften des Risses, vorsichtiges Ausschleifen der Bohrung bis der Tubus wieder hineinpasst und anschließendes Einkleben des Rohres mit Schellack
  • Schmieden von verlorenen Klappen
  • Löten gebrochener Klappenteile
    Lassen Sie sich einen unverbindlichen Kostenvoranschlag machen: schreiben Sie mir.

Restaurierung einer Louis Lot Flöte

Die Familie der Lots ist eine alte Instrumentenmacher Dynastie, die auch mit der Familie der Hotteterres verwandt sind – die berühmten Instrumentenmacher des französischen Barock. 1833 heiratete Louis Lot Caroline Josephine Godfroy, die Tochter des renommierten Pariser Flötenbauers Clair Godfroy Ainé (von Ihm restaurierte ich eine konische Ringklappenflöte). Lot wird Teilhaber in der Werkstatt Godfroy. 1847 erwirbt er das französische Patent auf die Böhmflöte und darf seine Instrumente fortan mit der Breveté Gravur versehen. Im März 1855 macht er sich selbständig. Für seine Leistung als Bauer von Böhmflöten erhält er auf den Weltausstellungen 1855 in Paris, London 1862 und Paris 1867 höchste Auszeichnungen. Er verstarb 1896 fast 89 jährig in Chatou bei Paris.

Die hier gezeigte zylindrische Böhmflöte aus der Werkstatt von Louis Lot hat die Seriennummer 4702 und wurde ca 1890 unter der Leitung von E. Barat gebaut, der von 1889 – 1904 den Betrieb führte.

Die Flöte ist aus Maillechord (Neusilber) versilbert. Durch die langen Jahre der intensiven Nutzung war die Versilberung an einigen Stellen komplett weggerieben und das Neusilber schon recht stark angegriffen. Die Klappen wurden geschliffen, poliert und neu versilbert. Auf eine neue Versilberung des Flötenrohrs wurde verzichtet um die Mensur des Instrumentes nicht zu verändern. Die gesamte Mechanik wurde wieder präzise und spielfrei eingepasst. Die Polster und Filze erneuert und nicht originale Nadelfedern ausgetauscht.

der Cis-Drücker ist stark angegriffen und nur ein inselförmiger Rest an Silber ist vorhanden

auch bei der Daumenklappe ist die Versilberung komplett durchgerieben

Die Böhmflöte von Louis Lot vor der Restaurierung

Die Mechanik nach der Neuversilberung der Drücker neben dem Gis-Hebel wirkt auf das tiefe H

Die Lot Flöte nach der Restaurierung

1847 erwerben Lot und Godfroy das französische Patent auf die Böhmflöte und dürfen ihre Instrumente fortan mit der Breveté Gravur versehen

Restaurierung eines Risses in einer Louis Lot Ringklappenflöte

Diese konische Ringklappenflöte von Louis Lot hat einen älteren Riss im Kopfstück. Der Riss wurde mit drei Madenschrauben aus Stahl gesichert. Diese Stifte findet man leider öfter bei älteren Rissreparaturen. Die Eisenschrauben fangen nach kurzer Zeit an zu rosten und sprengen den Riss wieder auf – Feuchtigkeit dringt ein – und es entstehen schlimmstenfalls sogar zusätzliche Risse um die Schrauben herum. So weit war es hier noch nicht gekommen – der Riss hatte sich jedoch wieder geöffnet und die Eisenschrauben mussten entfernt werden. Mit einem Spezialverfahren habe ich die Schrauben „minimalinvasiv“ entfernt und die Löcher mit Stiften aus Bambus gefüllt. Der alte Schellack wurde herausgenommen und der Riss neu verklebt

Konische Ringklappenflöte von Louis Lot aus Cocos Holz

Riss mit Eisenstiften

Eisenstifte im Detail

die drei herausoperierten Eisenschrauben

Der Riss ist freigelegt und die Schrauben entfernt

Der neu verklebte und durch Bambusstifte gesicherte Riss

Restaurierung einer konischen Ringklappenflöte von Clair Godfroi aîné

Das Instrument: Konische Ringklappenflöte nach dem System Böhm, Cocos-Holz mit geschmiedeter Silbermechanik.

Gestempelt auf Kopfstück und Mittelstück – jedoch ohne Baunummer. Die Mechanik einschließlich der sichelförmigen Fußklappe gleicht exakt dem Instrument Nr. 75, datiert von Lenski und Ventzke auf „um 1839“ (Lenski, K / Ventzke, K.: Das Goldene Zeitalter der Flöte, Celle 1992, S. 168). Lediglich die Ringe am Fuß- und Kopfherz sind filigraner ausgeführt als bei der Flöte Nr. 75.

Das Instrument kann zu der ersten Generation der konischen Ringklappenflöten, die Godfroy nach Böhm baute, gezählt werden. Um 1850 entwickelte Godfroy die Fußmechanik weiter und modifizierte die sichelförmige Dis-Klappe um ein Rutschen vom Dis zum Cis und C zu erleichtern.

Befund: Der Korpus ist lackiert und hat eine seidenglänzende Oberfläche. Das Holz hat an drei Stellen feine Haarrisse: Am Fußstück, oberhalb vom Dis-Loch, am Kopfstück zwei gegenüberliegende Risse am Herz. Die Kamine der Grifflöcher sind sehr filigran aus dem vollen Holz gearbeitet und ungerissen. Die Tonlochränder sind sehr scharfkantig und durch das dichte, porenfreie Cocosholz ohne Schadstellen. Die geschmiedete Silbermechanik ist stark angelaufen. Die Polster aus Filz mit Papprücken und Fischhautüberzug sind porös und schadhaft. Die Achse der Drücker für Cis und C am Fußstück ist stark festgerostet. Die Achse der Dorus-Gis-Klappe am Mittelstück ist festgerostet. Die konischen Stifte der Trillerklappen sind verbogen. Der Stimmkork und die Zapfenkorke sind porös und zu klein, die Blattfedern der Brillen von rechter und linker Hand sind abgebrochen und wurden in früherer Zeit durch Nadelfedern ersetzt. Die Zapfenschoner fehlen bis auf ein Bruchstück vom Kopfzapfenschoner. Das originale Etui ist innen mit Leder ausgekleidet – es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Leder mit aggressiven Mitteln gegerbt wurde – eine dauerhafte Aufbewahrung im Originaletui ist nicht unbedingt zu empfehlen.

Maßnahmen: Die Mechanik wird abgenommen – die festsitzenden Achsen werden punktuell mit Kriechöl behandelt. Trotz tagelangem Einweichen der festgerosteten Achse der Fußdrücker ließ sie sich nicht lösen und ein Herausbohren erschien unumgänglich. Mithilfe einer Bohrlehre wurde die Achse aus dem Säulchen gebohrt – dann konnte die Mechanik verdreht und das Säulchen herausgedreht werden. So ließ sich der vordere Drücker abziehen.

Da das Gewinde der Achse ebenfalls stark fest gerostet war musste es aus dem hinteren Säulchen herausgefräst werden.

Die Achse der Dorus-Gis-Klappe ließ sich nach dem Einweichen lösen. Die konischen Stifte der Trillerklappen ließen sich herausnehmen, waren jedoch so kurz und krumm, dass neue gehärtete Stifte eingesetzt wurden.

Die porösen und rissigen Polster wurden entfernt, da sie nicht mehr luftdicht abschlossen. Sie wurden durch neue Polster ersetzt. Die Tonlöcher wurden gereinigt – der Stimmkork wurde erneuert. Das Instrument konnte mit minimalem Verlust an originaler Substanz (verrostete Stahlachse am Fuß) zur Spielbarkeit restauriert werden. Die Ausgetauschten Polster werden dem Instrument beigegeben und aufbewahrt.

Die Achse wurde herausgebohrt und das Säulchen konnte herausgedreht
werden, anschließend ließ sich der vordere Drücker abziehen.

Die neu angefertigte Achse

Das Dorus-Gis wurde von dem französischen Flötenvirtuosen Louis Dorus angeregt und von Louis Lot und Godfroy gebaut – es ermöglicht eine offen Gis Mensur – spielt sich jedoch wie geschlossen Gis

Die handgeschmiedete Silbermechanik ist mit großer Kunstfertigkeit äußerst filigran hergestellt

Die Haarrisse im Holz wurden geschlossen

Die fertig restaurierte Flöte

Restaurierung einer konischen Ringklappenflöte von Julius Max Bürger Straßburg

Diese Flöte von J. M. Bürger wurde zur Spielbarkeit restauriert. Die Polster waren verhärtet und undicht und die Zapfenkorken geschrumpft. Das Cocos- Holz ist gänzlich ungerissen. Die geschmiedte Neusilbermechanik mit Spitzdeckeln wurde nachgearbeitet um die Klappen wieder präzise zwischen den Säulchen zu lagern. Die Polster wurden erneuert und die Korke ausgetauscht.

Die Flöten von Bürger, der 12 Jahre auf Wanderschaft war (unter anderem bei Boehm und Mendler) bevor er sich niederließ, gelten als ungewöhnlich klangschön und rein in der Intonation.

J. M. Bürger Strassburg konische Ringklappenflöte

Fußstück vor der Restaurierung

Stempel

Die Daumenklappe dieser konischen flöten hat zwei Löcher, wie es heute noch beim Piccolo üblich ist

Die Flöte von Bürger nach der Restaurierung

Hier sehen sie zwei konische Flöten im Vergleich, die längere mit H-Fuß ist von C.
Rinkel er übernahm von Bürger die Werkstatt und führte sie weiter

Die Flöte ist gestempelt mit J.M. Bürger C. Rinkel Nachf. Strassburg – sehr schöne
geschmiedete Silbermechanik und Cocos-Holz

Restaurierung einer konischen Silberflöte

Sehr selten wurden konische Ringklappenflöten auch aus Metall gebaut. Hier in der Ausführung aus Silber – es wurden einzelne Polster ersetzt und die Klappen justiert…

Eine konische Flöte aus Silber mit aufgelöteten Tonlöchern

Hier die konischen Flötenrohre – als Vergleich ein zylindrisches Rohr von Louis Lot

Der H-Fuß im Detail

Restaurierung einer Böhm-Holzflöte von R. Wunderlich Berlin

Dieses Instrument hatte lange unbespielt gelegen und die Besitzerin kam mit der Bitte auf mich zu, die Flöte wieder spielbar zu machen (Grenadillholz, Spitzdeckel, H-Fuß, Off-Set geschlossen Gis, handgeschmiedete Neusilbermechanik, versilbert von R. Wunderlich Berlin):

Entfernen des mechanischen Spiels, Reinigung, Polieren und Überarbeiten der Mechanik, Erneuerung des Stimmkorkens, Neue Korke der Zapfenverbindungen von Kopf- und Fußstück, Austausch der Polster und Erneuerung der Filzunterlagen, Herstellen eines Stanzeisens für Dichtungsscheiben mit 2,3mm Innendurchmesser (die Polsterschrauben haben dieses ungewöhnliche Maß), Erneuern der Polsterscheiben (die alten waren sehr klein und fixieren das Polster nur unzureichend – zudem drücken sie sich mit der Zeit sehr tief ins Polster), Schließen von drei Rissen im Holz: am Daumenloch, am unteren Ende des Mittelstücks und am Dis-Tonloch am Fuß, Ölen des Holzes (wenn Sie selber einmal das Holz ölen möchten würde ich empfehlen, die Mechanik abzunehmen – die Gefahr ist sonst sehr groß, dass die Polster Öl abbekommen und klebrig werden) Das handwerkliche Niveau einiger Holzflöten aus der Vorkriegszeit ist erstaunlich hoch. Flötenbauer wie Wunderlich, Emil Rittershausen, Carl August Schreiber, Moritz Max Mönnig, haben damals Maßstäbe gesetzt.

Die Geometrie dieser alten Deckel ist oft innen sehr rund. Deshalb ist ein aufwändiger „Unterbau“ notwendig um dem Polster ein solides Fundament zu geben – sonst drückt das Polster sich im Laufe der Zeit in die Rundung des Deckels hinein und eine stabile Abdichtung ist nicht möglich.

Die fertig restaurierte Flöte hat mit dem originalen Reformmundloch einen erstaunlich fokussierten und tragenden – dabei aber warm und rund klingen Ton.

Stempel R. Wunderlich Berlin

Der zusätzliche Hebel neben dem Gis wirkt bei dieser Flöte auf das tiefe H

Traversflöte von Max Kneer, Münster

Befund: Das Grenadillholz befindet sich in recht gutem Zustand. Das Kopfstück ist mit einem Metalltubus ausgefüttert und hat einen Riss.

Der Stimmkork ist geschrumpft, der Stift ist gelockert.

Der Stimmzug sitzt fest und ist auf ganzer Länge gerissen, ein

zweiter Riss ist weniger offen. Der Ring ist ungerissen. Die Zapfenkorken fehlen und sind schadhaft. Am Mittelstück ist das Polster der alternativen Gis-Klappe beschädigt und undicht. Die Bronzefeder der B-Klappe ist angebrochen. Die lange F-Klappe am Unterstück ist stark verbogen und das Polster fehlt. Der Ring ist gerissen. Das Fußstück hat drei originale Bleipolster.

Maßnahmen: In den festsitzenden Stimmzug wird Ethanol injiziert. Mit einer angewärmten Messingrundstange wird das Rohr von innen erwärmt und der Stimmzug gelöst. Der aufklaffende Riss im Stimmzug wird mit Araldit 2011, in das Grenadillspäne gemischt werden, gefüllt.

der gerissene feste Stimmzug

der gelöste Stimmzug

Die verbogene lange F-Klappe wird gerichtet. Die Ursprüngliche Position ist durch den in das Holz eingelassenen Korkzylinder (Aufschlagdämpfer) eindeutig definiert.

Das schadhafte Polster der Gis-Klappe und das fehlende Polster der F-Klappe werden durch neue Korkpolster ersetzt: Aufkleben des Polsterrohlings auf eine Messingstange, schleifen der konischen Form, abnehmen der Polster von der Stange und aufkleben auf die Klappe mit Schellack. Ausrichten der Polster.

schadhaftes Korkpolster

neues Korkpolster

die fertig Restaurierte Traversflöte von Max Kneer Münster im Etui

Restaurierung einer Mehrklappenflöte

Im späten 19. und im frühen 20. Jahrhundert waren diese Flöten in deutschen Sinfonierorchestern in der Überzahl – nicht die Böhmflöte! Erst in den 1950er Jahren waren sie ganz aus den Orchestern verschwunden. Mit ihrem zylindrischen Kopf und der invertiert konischen Bohrung stehen diese Mehrklappenflöten mit Meyersystem ganz in der Tradition der Traversflöte. Sie haben einen leiseren aber fokussierten und gesanglichen Ton. Bei dieser Restaurierung mit dem Ziel der Spielbarkeit wurde an der Originalsubstanz der Flöte nichts verändert – lediglich die Polster wurden ausgetauscht und die Neusilberklappen poliert.

Referenz:

Sehr geehrter Herr Kempf,
die Meyer-Flöte ist heute per Post gut angekommen und ich bin wirklich
beeindruckt! Sie haben aus einer dekorativen Antiquität wieder ein für
mich überraschend gut spielbares Instrument gemacht. Ihre Arbeit erscheint
mir ausgesprochen kompetent, die Kontakte mit Ihnen waren sehr schnell und  überaus angenehm, ganz herzlichen Dank! Die Rechnung habe ich gleich
überwiesen und ich werde Sie gerne wärmstens weiterempfehlen.
Mit freundlichen Grüßen aus Bayreuth
A. Lüschow

Meyerflöte im demontierten Zustand – einige Klappen sind bereits poliert…

Die Mehrklappenflöte System Meyer im restaurierten Zustand

Restaurierung eines Fagottes von Heinrich Friedrich Meyer aus Hannover

Heinrich Friedrich Meyer (1814-1897) wurde berühmt durch seine Weiterentwicklung der konischen Traversflöte, die als „Meyerflöte“ große Verbreitung fand. Weniger bekannt ist Meyer als Fagottbauer – eines seiner Instrumente befindet sich im Deutschen Museum in München. Das Exemplar, das ich restaurierte, ist lange in intensivem Gebrauch gewesen. Das Holz um die Tonlöcher ist ausgegriffen, die Bohrung ist jedoch nicht von Pilzbefall betroffen. Die Polster sind nicht original und undicht. Einige Drücker der Mechanik wurden laienhaft umgebaut und mit weich aufgelöteten Blechauflagen versehen (offenbar hatte der Fagottist verkürzte Finger was man mit den Blechauflagen zu kompensieren versuchte). Die Abschlusskappe am Stiefel und ein Messingring fehlen. Am Flügel wurden mehrere Tonlöcher mit Holzdübeln verschlossen und an anderer Stelle neu eingebohrt. Die Mechanik wurde so professionell an die neuen Tonlöcher angepasst, dass zu vermuten ist, dass Meyer die Veränderungen selbst vornahm.

links der nachträglich veränderte Drücker, in der Mitte Neusilberdraht als Ausgangsmaterial
zum Schmieden eines neuen Drückers, rechts ein roh geschmiedeter neuer Drücker

der neu geschmiedete und angelötete Drücker

Die Es- und Cis-Klappendrücker waren ebenfalls durch Blechauflagen verändert.
Hier sehen Sie die von mir geschmiedeten neuen Drücker

Dem Stiefel fehlte ein ovaler Schutzring und die Abschlusskappe. Das Instrument hat keinen Abguss aus Messing, wie man ihn heute kennt, sondern ist mit zwei Korkstöpseln verschlossen, die ähnlich wie beim Stimmkork der Querflöte von Neusilberscheiben begrenzt sind. Innen im Stiefel ist zwischen den parallelen Bohrungen ein Durchbruch ausgeschnitzt. Die Korkstöpsel habe ich auf diesem Bild herausgenommen

Hier sind die Verschlussstöpsel wieder eingesetzt und der fehlende
ovale Messingring wurde ergänzt.Hier sind die Verschlussstöpsel wieder eingesetzt und der fehlende
ovale Messingring wurde ergänzt.

Die fehlende Abschlusskappe wurde nach dem Vorbild des Exemplars aus dem Deutschen Museum in München rekonstruiert: zunächst wurde ein Blechstreifen aus Neusilber oval gebogen und zusammengelötet.

Anschließend wurde ein Deckel mit einer Verstärkungsrippe auf den ovalen Ring gelötet. Der Deckel steht wie beim Vorbild rings herum über.

Die U-Führungen für die Klappen waren an zwei Stellen abgebrochen.
Hier sehen Sie die Einzelteile für die Ergänzung.

Hier habe ich die U-Führung eingesetzt.

Mit einem Trepanbohrer aus der Zahnheilkunde können abgebrochene Schrauben aus dem Holz entfernt werden. Der Bohrer hat innen ein Loch und Fräst das Holz rings um die Schraube weg. Anschließend kann das Loch mit einem Holzdübel verschlossen und die neue Schraube eingedreht werden.

Referenz:

Lieber Herr Kempf,

das Meyer Fagott ist sehr gut angekommen. Die Arbeit hat sich definitiv gelohnt!
Vielen Dank für Ihre sorgfältige Restaurierung. Ich freue mich schon sehr darauf, auf dem Instrument zu musizieren. Das erste Konzert wird am Ende Mai in Düsseldorf sein…

Herzliche Grüße

Lyndon Watts
Berne University of the Arts
Principal Bassoonist of the Munich Philharmonic Orchestra

Das fertig restaurierte Fagott von Meyer